.: Wildkrautmania Heilkräfte der Natur
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Stichwortverzeichnis Inhaltstoffe

Q uelle: Zitate aus dem Buch "Der Natur-Doktor" NAUMANN & GÖBEL


 

Alkaloide :

Organische Substanzen aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff, die als Stoffwechselprodukte der Pflanzen anfallen. Sie sind durchweg sehr wirksam und oft giftig. So sind beispielsweise Morphin  und  Nikotin Alkaloide. In vielen Fällen handelt es sich um Flüssigkeiten oder kristallisierbare Substanzen.

Es wurde festgestellt, daß in sonnenreichen Gebieten Pflanzen durchweg mehr  Alkaloide enthalten, als solche aus kälteren Gegenden. Beim Trocknen und Lagern  der Heilpflanzen bleiben die Alkaloide meistens erhalten. Häufig werden die Alkaloide nach den Pflanzen benannt, in denen sie enthalten sind.

Ätherisches Öl :

In der Regel leicht flüchtige, in der Luft "verdampfende" Substanzen mit starkem Geruch. Die Öle sind in der Regel wasserunlöslich. Sie werden durch Destillation oder durch einen Auszug in Alkohol aus den Pflanzen gewonnen. Ein typisches ätherisches Öl ist Menthol aus der Pfefferminze. Vor allem unsere Gewürze, vom Anis bis zum Ingwer, vom Knoblauch bis zum Fenchel und von Baldrian bis Thymian sind reich an ätherischen Ölen . Weil es flüchtige Stoffe sind, müssen die entsprechenden Drogen möglichst frisch verwendet und in Glasbehältern luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. In der Medizin werden die Pflanzen mit ätherischen Ölen nach ihren Wirkungsbereichen   unterschieden .

Einige ätherische Öle wirken gegen Blähungen, andere entzündungshemmend, dritte kühlend und wieder andere lassen sich gegen  allergische Reaktionen oder auch gegen lästige Insekten verwenden. Manche ätherische Öle verbinden sich mit dem Sauerstoff der Luft und oxidieren zu Harzen.

Bitterstoffe :

Sauer macht lustig und bitter macht hungrig, sagt der Volksmund. Und er hat recht. In der Tat regen die Bitterstoffe die Drüsentätigkeit im menschlichen Körper an und haben eine stark appetitanregende Wirkung. Daneben fördern Bitterstoffe die Verdauung und oft auch die Harnabsonderung. Bitterstoffe sind stärkend, setzen aber zugleich die Fähigkeit der menschlichen Zunge, bitter zu schmecken, mit der Zeit herab. Bitterstoffe finden sich wegen der appetitsteigernden und verdauungsfördernden Wirkung häufig in Aperitif-Getränken, wie "Campari" und Magenbitter.

Cholin:

Cholin unterstützt die Arbeit der Leber und hilft dadurch, Gifte und Rückstände von Medikamenten aus dem Organismus zu entfernen, aber auch, den Cholesterinspiegel zu regulieren und die Wände der Arterien geschmeidig und frei von Ablagerungen zu halten. Diese Substanz gehört zu den wenigen Stoffen, die direkt in die Gehirnzellen gelangen, wo Cholin zur Erhaltung eines guten Gedächtnisses beiträgt. Cholin wird deshalb auch zur Vorbeugung gegen Gedächtnisschwund im Alter  und zur Behandlung der Alzheimer Krankheit angewendet.

Enzyme :

Enzyme sind Katalysatoren des Stoffwechsels. Man nannte sie früher Fermente . Sie ermöglichen oder beschleunigen Veränderungen in den Zellen von Lebewesen, ohne sich dabei selbst zu verbrauchen.

Man spricht auch von Biokatalysatoren.

Ohne Enzyme kann ein Körper nicht mehr funktionieren und müsste sterben!

Wissenschaftler entdeckten Enzyme , die beschädigtes genetisches Material duplizieren können!

Untersuchungen zeigten,  dass viele Krankheiten verhindert oder doch zumindest gemildert werden können, wenn der Patient auf eine enzymhaltige Nahrung (frische, naturbelassene Kost) achtet oder zusätzliche Enzyme einnimmt. Ein " zu viel " gibt es dabei nicht.

Flavonoide :

Das Wort flavus kommt aus dem Lateinischen und heißt "gelb". Chemische Verbindungen, mit denen Textilien gelb gefärbt wurden und die aus Pflanzen stammten, wurden viele Jahre nur als Farben und nicht als Heilmittel erkannt. Heute weiß man, das Flavonoide und ihre Untergruppe, die Flavone , zusammen mit Vitamin C eine heilkräftige Wirkung haben. Einmal wirken Flavonoide gegen die Brüchigkeit von kleinen und feinen Blutgefäßen, zweitens bei Herz- und Kreislaufstörungen und schließlich gegen Krämpfe im Magen- und Darmbereich.

Gerbstoffe :

Das Gerben war früher ein weit verbreiteter Handwerksberuf. Man verwendete Gerbstoffe , vor allem das Tannin , um Tierhäute zu konservieren und daraus Leder zu machen. Aus dem Handwerk ist längst eine Industrie geworden. In der Heilkunde wirken Gerbstoffe zusammenziehend und desinfizierend. Das geschieht, weil die Gerbstoffe der Haut, besonders den Schleimhäuten, Eiweiß entziehen und so Krankheitserregern die Lebensgrundlage nehmen. Zum zweiten regen die Gerbstoffe manche Drüsentätigkeit an, besonders die Sekretdrüsen im Magen. Deshalb sind sie bei überreiztem Magen nicht zu nehmen, es kommt zu einer Übersäuerung, zum Sodbrennen. Als Gurgelmittel hingegen und als Badezusatz bei Entzündungen aller Art sind Pflanzen mit Gerbstoffen sehr geeignet.

Glykoside :

Es sind chemische Stoffe, die unter Aufnahme von Wasser, - den Vorgang nennt man Hydrolyse, - sich in Zucker und einem anderen chemischen Wirkstoff aufspalten, der Aglykon genannt wird. In der Pflanzenheilkunde kommt es nun gerade auf das Aglykon an. Manche wirken auf den Herzmuskel, andere auf Magen und Darm, dritte auf Galle und Leber und vierte auf Blase und Niere, womit aber die Wirkungsmöglichkeiten noch nicht beendet sind. Glykoside sind in sehr vielen Pflanzen enthalten und bringen - je nach ihrer chemischen Zusammensetzung - heilende oder giftige Wirkungen zustande.

Harze :

Für das Harz gilt, was auch für die ätherischen Öle gesagt wurde. Oft handelt es sich bei Harzen um schlicht oxidierte ätherische Öle . Harze sind meist sehr aromatisch und werden häufig bei Lungen- und Gewebeerkrankungen eingesetzt.

Inulin :

Inulin ist ein prebiotischer, natürlicher und leicht süßlich schmeckender Ballaststoff  z.B. aus der Chicorée-Wurzel, der den nützlichen Darmbewohnern als Nahrungsquelle dient und somit einen aktivierenden Einfluss auf die Darmflora hat. Im Dickdarm wird Inulin von den Darmbakterien zu Fettsäuren abgebaut, die teilweise in die Blutbahn aufgenommen werden.

Kalium :

Kalium ist  für die Funktionsfähigkeit aller Zellen und vor allem von Nerven und Muskeln wichtig ist. Es spielt eine Rolle beim Eiweißaufbau und der Kohlenhydratverwertung.

Kieselsäure :

Sie ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen und tierischen Organismus und wird zur Bildung von Haaren und Nägeln, aber auch Haut und Bindegewebe gebraucht. Überall, wo Haut und Bindegewebe geschädigt sind, werden Heilpflanzen mit einem hohen Anteil  von Kieselsäure eingesetzt. Zum Teil werden die Drogen innerlich, zum Teil als Badezusätze, Gurgelmittel oder Waschungen äußerlich eingesetzt. Die bekannteste Pflanze unter den Kieselsäure enthaltenden Gewächsen ist der Ackerschachtelhalm, auch als Zinnkraut oder Katzenwedel bekannt.

Mineralsalze :

Für jeden Stoffwechsel eines lebendigen Organismus sind Mineralstoffe unverzichtbar. Im menschlichen Körper kommen sie in fest eingebauter Form (z. B. Kalzium in den Knochen) ebenso vor, wie als Ionen innerhalb der Körperflüssigkeiten (z. B. Natriumionen im Blut). Da Mineralsalze anorganisch sind, können sie vom Körper nicht selbst hergestellt, sondern müssen von außen zugeführt werden.

Organische Säuren :

kommen in fast allen Pflanzen und in vielen Früchten vor. Zu ihnen zählen Apfelsäure , Oxalsäure , Weinsäure , Zitronensäure. In der Regel haben sie leicht abführende Wirkung.

Saponine :

Es sind eine besondere Sorte von  Glykosiden , die ebenfalls unter Aufnahme von Wasser festen Schaum bilden. So erklärt sich der Name, denn   sapo   stammt aus dem Lateinischen und heißt Seife Saponine  vermindern die Oberflächenspannung von Wasser, vermögen dadurch Öle in Wasser zu lösen und tragen so zur Bildung von Emulsionen bei. In der Medizin werden zwei Eigenschaften der   Saponine  besonders genutzt: Sie reizen die Schleimhäute und wirken so  auswurffördernd  zum Beispiel bei Lungenkrankheiten. Zum anderen vermögen  Saponine  die Durchlässigkeit von organischen Membranen (Häuten) zu erhöhen. So kann mit  Saponinen  in die Zellen hineingewirkt werden.

Schleim :

In der Heilkunde sind  Schleime kohlenhydratreiche  Stoffe, die stark zu quellen vermögen und dadurch  Gleitstoffe produzieren.

Praktisch liegt die Bedeutung von Schleim in den Heilpflanzen darin, das Reizungen abgebaut werden, zum Beispiel bei Husten, und das die Verdauung angeregt wird.

Vitamine :

Vita stammt aus dem Lateinischen und heißt Leben. Vitamine sind sehr komplizierte chemische Verbindungen, die für alle Lebewesen lebenswichtig sind. Sie wirken mit beim Aufbau von Zellen ebenso wie von Haut, Knochen und Zähnen. Sie regeln den Stoffwechsel, sind unentbehrlich für die Produktion von Hormonen und sind an vielen anderen chemischen Prozessen im Körper beteiligt, wobei sie allerdings nur in winzigen Einheiten gebraucht werden.

 


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.: Wolfgang Pfensig
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