Worms |
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Worms ist eine kreisfreie Stadt am linken Ufer des Oberrheins, im Bundesland Rheinland-Pfalz mit etwa 80000 Einwohnern. Die wichtigsten Industrieprodukte der Stadt sind Maschinen, Kammgarn, chemische Erzeugnisse, Farben und Möbel. In Worms befinden sich die Institute für Betriebswirtschaft, Informatik und Touristik der Fachhochschule Rheinland-Pfalz. Wichtige Museen sind das Jüdische Museum, die Gemäldegalerie und das Museum der Stadt Worms (mit Zeugnissen aus 5000 Jahren Besiedlung) sowie das Kunsthaus Heylshof. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das Lutherdenkmal, Schloss Herrnsheim und zahlreiche Kirchenbauten. Der romanische Dom Sankt Peter, das Wahrzeichen der Stadt, spielte eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Kirchenbaukunst in Deutschland. Die Kirche wurde auf einem älteren Vorgängerbau (um 1020) errichtet und 1181 fertiggestellt. Der Ostchor wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts neu eingerichtet und mit romanischen Tierskulpturen geschmückt. Auf das 8. Jahrhundert geht die Magnuskirche südlich des Doms, in der schon vor Luthers Ankunft reformatorisch gepredigt wurde, zurück. In der Nähe liegt das Andreasstift (11.-13. Jahrhundert), in dem eine Sammlung frühgeschichtlicher Werkzeugfunde untergebracht ist. Im Zentrum der Stadt steht die Synagoge. Sie wurde 1174 erbaut und ist eine der ältesten Europas. Im Verlauf antijüdischer Pogrome wurde sie mehrere Male zerstört (zuletzt 1938) und später wieder aufgebaut. Unweit davon befindet sich das Raschi-Haus (1982), das das jüdische Museum beherbergt, ein Frauenbad und Deutschlands ältester jüdischer Friedhof (ältester Teil aus dem 11. Jahrhundert). Zu den Höhepunkten des Jahres gehört das Wormser Backfischfest (größtes Volksfest am Rhein) und das Jazzfestival.

Worms war ursprünglich die Hauptstadt des germanischen Stammes der Wangionen. Sie wurden von Caesar besiegt, der um 14 v. Chr. an derselben Stelle ein Fort bauen ließ. Die Burgunder machten die Stadt zur Hauptstadt ihres Königreiches. 436 wurde die Stadt durch die Invasion der Hunnen unter der Führung von Attila zerstört. 486 baute Chlodwig I., Herrscher der salischen Franken, eine neue Stadt an der Stelle der burgundischen Hauptstadt und nannte sie Warmatia. Sie wurde bald darauf Bischofssitz. 1074 wurde Worms freie Reichsstadt. 1122 schlossen Papst Calixtus II. und Heinrich V. das Wormser Konkordat, um dem Investiturstreit ein Ende zu setzen.
Während des Bestehens des Heiligen Römischen Reiches fanden in Worms über 100 Reichs- bzw. Hoftage statt. Auf dem Reichstag von 1521 wurde das Wormser Edikt über Martin Luther verhängt. Dennoch übernahmen die Einwohner von Worms 1525 Luthers Lehren. Die Stadt wurde eine Hochburg des Protestantismus und war daher während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) häufigen Angriffen ausgesetzt. 1689 wurde Worms fast vollständig von einer französischen Armee zerstört. 1801, während der Koalitionskriege, verlor die Stadt ihren Status als freie Reichsstadt und wurde von Frankreich annektiert. 1815 ging Worms an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt über. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 80 000.