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Das Hohelied der Liebe
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und
Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich ein dröhnendes Erz oder eine
lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und
alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis
hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und
Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte,
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir
nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist
gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sie sucht nicht
ihren Vorteil, sie lässt sich nicht zum Zorn
reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles,
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede
verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk
unser prophetisches Reden;
Wenn aber das Vollendete kommt,
vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein
Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie
ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich
ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen
nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen
wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber
werde ich durch und durch erkennen, so wie
ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe,
diese drei; doch am größten unter ihnen ist
die Liebe.

Paulus

1 Korinther 13
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© Benedikt Peters - 6. August 2008