Wie bekannt sein dürfte habe ich eine Schwester. Nein, so schlimm ist das an sich gar nicht. Na gut, ist es doch, schließlich blamiert sie mich ständig in Schule, Internet und Gesellschaft. Langsam kommt sie in das Alter, in dem wir unserer Zeit anfingen, Unsinn zu machen. Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll.
Nachdem sie letzte Woche dreizehn wurde, habe ich meine Ansicht über Jungs überdacht. Bis jetzt galt: Der Wicht, der meine Schwester anguckt, wird mit Zementsäcken an den Füßen in der Seseke ertränkt. Ich bin bis jetzt noch zu keinem Entschluss in dieser Sache gekommen, also bleibt es erstmal beim Alten. Ich denke, da besteht auch kein wirklicher Handlungsbedarf, denn:
Freitag war meine Schwester in der Jugenddisco. In Kamen. Richtig, da wo es alkoholfreie Fruchtcocktail, Luftballons, Singstar und die ganzen U-15 Player gibt. Nachdem ich ihr den Minirock freundlich aber bestimmt ausgeredet hatte, durfte sie um 19 Uhr dann aufs (oder ins?) so genannte „Dancevotum“. Ihr schlauer Kommentar: „Die fangen ja eigentlich schon um 5 an, aber dann sind nur die Kleinen, Uncoolen da.“ Ich war zwar reichlich in Sorge, dass sie von den oben genannten U-15-Playern angegraben wird, aber, als ich sie pünktlich um halb 10 mit meiner Mutter abholte, erklärte sie, sie habe nur mit ihren Freundinnen getanzt. Und im Auto machte sie uns gleich die Peinlichkeit dieses „Versuches“ deutlich (Dreizehnjährige tanzt auf der Rückbank sitzend zu Gnarls Barkley). Also muss man sich noch keine Sorgen machen, hoff ich.
Und was Drugs angeht, denk ich, werden auch noch ein paar Monate ins Land gehen, schließlich regt sie sich mittlerweile jeden Mittag über ihre Klassenkameraden auf, die ihre Wochenenden saufend auf Spielplätzen verbringen.
in der Hoffnung, ewig jung zu bleiben,
haut rein,
dave
PS: Fotos von Henriks Geburtstag online.
PPS: Links aktualisiert.