Warum Zimmerbrand!?


Mit Zimmerbrand verbinden die meisten Menschen Weihnachten und Weihnachten ist ja zunächst einmal recht erfreulich, weshalb ich Zimmerbrand! für einen passenden Titel für ein positives Blog halte.

Selbstverständlich habe ich 2005 auch meine eigene Zimmerbrand-Weihnachtsgeschichte erlebt, die hatte aber, anders als in den meisten Fällen, nichts mit umstürzenden Weihnachtsbäumen zu tun.
Weil mein Wohnzimmer (ich habe eine Zwei-Zimmer-Wohnung+Bad für mich, geil wa) das größte Zimmer im Haus ist, wird es am ersten Weihnachtstag immer von meiner Oma in Beschlag genommen, die hier ihr alljährliches Weihnachtsfondue veranstaltet. Ein gutes Duzent Personen zwischen einem und neunundsechzig Jahren sitzt also um meinen Wohnzimmertisch und tunkt Fleisch in siedendes Öl, verteilt auf zwei Töpfe. Das ist zwar sehr lecker (ich persönlcihe erhöhe mein Gewicht über Weihnachten in der Regel um 8%), hat aber den Nachteil, dass meine Bude anschließend Tage lang nach Fett stinkt und ich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ständig lüften muss. Aber ich will mich nicht beschweren, schließlich habe ich das Privileg eine eigene Etage bewohnen zu dürfen.
Einer der beiden Fondue-Töpfe wurde letztes Weihnachten elektrisch erhitzt, während ich und einige meiner Verwandten mit einem spiritusbetriebenen Topf aus der B-Liga vorlieb nehmen mussten.
Schließlich, nach guten anderthalb Stunden Schlemmen, war der Spiritus in unserer Pfanne aufgebraucht und mein Vater beschloss, neuen einzufüllen. Später sollte sich herausstellen, dass die Pfanne gar nicht für den Betrieb mit Spiritus geeignet war, sondern vielmehr mit Brennpaste befüllt werden musste.
Nachdem mein Vater mit der bereits entzündeten Pfanne zurückgekehrt war, starteten er und mein Onkel einen interessanten Versuch, die Pfanne unter den Fett-Topf zurückzustellen: Mein Vater hielt die Pfanne schräg um sie an den Metallverstrebungen des Fonduegestells vorbei zu zwängen. Nicht nur das er damit keinen Erfolg hatte, er verschüttete natürlich auch Spiritus über die Tischdecke. Auch wenn der verschüttete Spiritus noch nicht brannte, hielt mein Onkel es für besser, die Brandgefahr einzudämmen und die Pfanne zu löschen. So pustete er in die Flamme! Damit verteilte er das Feuer auf der Tischdecke, wo es sich dankbar an die Spiritustropfen klammerte.
Mein Vater, offenbar in Panik machte eine schnelle Armbewegung um die Pfanne aus der Reichweite meines Onkels zu entfernen – leider verteilte er dabei brennenden Spiritus auf dem Teppich, dem Fernseher, dem Rücken meines Onkels und dem Türrahmen. Während meine Mutter geistesgegenwärtig meinen Onkel mit gezielten Schlägen löschte, organisierte meine Tante in der Küche eine halbvolle Gießkanne, mit der mein Vater schließlich versuchte, das Feuer auf dem Teppich einzudämmen. Dabei entstand ein durchaus skurriles Bild, denn der Wasserstrahl aus der Gießkanne hatte etwa einen Durchmesser von 0,5 cm:
Die Brandherde auf der Tür und dem Fernseher verloschen, nachdem der Spiritus verbraucht war; den Boden zu löschen gelang meiner Tante schließlich durch heftiges Treten. Personenschaden entstand nicht, allerdings klafften im Teppich einige schöne Löcher, die auf meiner Silvesterfeier eine Woche später für Erheiterung sorgten. Mittlerweile wurde aber auch neuer Teppich verlegt und bis auf den Namen dieses Blogs erinnert nichts mehr an den Brand.
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