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In Freiburg, Bern,
Burgdorf und Langenthal machte heute die ZugUmZug
Demonstration gegen das Weltwirtschftsforum in
Davos und den dahinter stehenden Kapitalismus halt. Durch verschiedene
theatralische und symbolische Aktionen sollten die negativen Auswirkungen der
Neoliberalisierung aufgezeigt werden. Die DemonstrantInnen liessen sich
vom gigantischen Polizeiaufgebot nicht provozieren und versuchten die
geplanten Aktionen durch zu führen. Dies wurde jedoch durch die staatliche
Repression verhindert. Das Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit wurde
von der Polizei aufs Massivste verletzt. Bedenklich ist auch die zunehmende
Verschmelzung von Armee und Polizei, wurden einige PolizistInnen
doch mit Armeetransportern von Stadt zu Stadt befördert. In Burgdorf wurden
verschiedene Personen, darunter ein 10-jähriges Mädchen, verletzt. In Freiburg liess die Polizei die geplante Demonstration nicht
stattfinden, den ManifestantInnen war es nur
möglich eine direkte Route durch Nebenstrassen zum Bahnhof zu laufen. Die
Polizei wirkte völlig unkoordiniert und reagierte unprofessionell; so rannten
die offensichtlich überforderten Beamten zum Beispiel mit gezückten
Schlagstöcken auf die wartenden DemonstrantInnen
zu. Auch in Bern wurde
ein Demonstrationsumzug verhindert. Der einzige offene Weg hätte durchs
Bollwerk zur Reitschule geführt, was zur laufenden politischen Hetze gegen
die Reitschule passt. Die Klügeren gaben jedoch nach und stiegen früher als
geplant in den Zug nach Burgdorf. Die Zugfahrt dauerte mehr als doppelt so
lange wie normal und in Burgdorf erwartete die Protestierenden wiederum ein
martialisches Polizeiaufgebot. Hier wurde zwar ein Demonstrationszug
zugelassen, jedoch nur auf vorgegebener Route und durch eine Allee von
Polizeigrenadieren. Der Versuch eine eigene Route zu wählen wurde brutal
gestoppt. Die Kantonspolizei Bern beschoss die DemonstrantInnen
aus einer Distanz von weniger als zwei Metern mit Gumischrot
auf Augenhöhe. Die Folgen davon waren zahlreiche Verletzte, darunter ein
unbeteiligtes 10-jähriges Mädchen. Ein Demonstrant wurde knapp unter dem Auge
getroffen, einer weiteren Person wurde das Nasenbein gebrochen. Weitere TeilnehmerInnen mussten ihre Wunden nähen lassen. In Langenthal hielt
sich die Polizei in der Nähe des Bahnhofs zurück und beschränkte sich auf den
Schutz der Symbole der kapitalistischen Macht. Dank der kleineren
Präsenz der uniformierten Staatsgewalt hob sich die Stimmung merklich und es
fand ein gelungener Umzug bis zum Marktplatz statt, wo ein Theater zum Thema
WEF und Repression den Abschluss bildete. Die Inhalte des
heutigen Protestes konnten leider nur zum Teil vermittelt werden. Es zeigte
sich aber einmal mehr, dass der Staat sein Gewaltmonopol hemmungslos
ausnützt, um die wirtschaftlichen Interessen der Reichen und Mächtigen zu
schützen. Einmal mehr hat die
Polizei mit einem Grossaufgebot ihre Lächerlichkeit dargestellt. Die DemonstrantInnen verfolgten am heutigen Tag eine deeskalative Strategie und konnten dadurch weitere
Ausschreitungen durch die Polizei verhindern. Demokollektiv ZugUmZug zugumzug@immerda.ch www.zugumzug.ch.vu |
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